Sonne – Licht zum Leben

Die Sonne, die alles Leben auf der Erde erst existieren lässt, beeinflusst sowohl unseren Körper als auch unseren Gemütszustand. So lösen Sonnenstrahlen in unserem Körper hormonelle Reaktionen aus, die Stoffwechselvorgänge anregen.

Damit auch die Haut, eines unserer größten Organe, die Sonne ungetrübt genießen kann, sollten wir ihr beim Sonnenbaden eine besondere Zuwendung schenken. Eigenschutzmechanismen wie Lichtschwiele (Verdickung der Hornhaut) und Bräunung (Bildung von Melanin) der Haut sind je nach Hauttyp, Aufenthaltsort und Tageszeit schnell ausgereizt, dann wird es Zeit, den Schatten zu suchen. Denn durch richtigen Umgang mit der Sonnenstrahlung bewahren wir unsere Haut vor frühzeitiger Hautalterung, möglichen Formen der Sonnenallergie und vor allem vor Sonnenbrand, der zu Melanomen (Hautkrebs) führen kann.

Diese Informationsbroschüre gibt Ihnen Tipps und Ratschläge zur langfristigen Gesunderhaltung Ihrer Haut beim Umgang mit der Sonne.

Sonnenallergie

Formen der Sonnenallergie sind:

  • Polymorphe Lichtdermatose (PLD) – etwa 20% der Bevölkerung sind davon betroffen, also jeder Fünfte. In der Mehrzahl trifft es Frauen.
  • Mallorca-Akne – etwa 1% der Bevölkerung leidet darunter.

Die Polymorphe Lichtdermatose ist eine Reaktion der Haut auf die durch UV-A-Strahlung der Sonne hervorgerufene Radikalenbildung. Die Hauterscheinungen können dabei von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Häufig kommt es zu Rötung, Juckreiz oder Pusteln. Auch Bläschen können sich bilden. Vor allem betroffen sind Dekolleté, Hals, Oberarm und Oberschenkel, nie jedoch die Hautpartien unter der Kleidung.

PLD tritt meist nur zu Beginn der Sommersaison auf und verschwindet in der Regel nach ein bis zwei Wochen.

Akute Hauterscheinungen können mit kortikoidhaltigen Cremes und/oder Antihistaminika behandelt werden.

Zur Vorbeugung einer Polymorphen Lichtdermatose empfiehlt sich:

  • das langsame Gewöhnen an die intensive Sommersonne,
  • die tägliche prophylaktische Einnahme von Betacarotin, beginnend zwei Wochen vor Sonnenexposition,
  • die Verwendung von Sonnenschutzmittel mit hohem UV-B- und hohem UV-A-Filter.

Da die Haut bei einer PLD meist eher trocken ist, ist ein Sonnenschutzgel fehl am Platz. Es verschlechtert den Zustand nur. Am besten geeignet sind Sonnenschutzprodukte in Form einer Lotion oder Creme.

Die Mallorca-Akne ist gekennzeichnet vom Auftreten roter Flecken, Knötchen, Pappeln, manchmal Quaddeln und starkem Juckreiz, vor allem auf Dekolleté und Schulterregion. Auch hier löst UV-A-Strahlung die Symptome aus, allerdings immer nur im Zusammenspiel mit Fetten, Emulgatoren (Sonnenschutzmittel, Pflegecremes oder Lotionen) oder körpereigenem Talg in den oberen Hautschichten.

Sie sollten daher unbedingt Folgendes beachten:

  • Sonnenschutzgel verwenden, keine Creme oder Lotion,
  • Produkt mit hohem UV-A-Filter wählen.

Wichtig: Alle sonstigen Produkte zur Gesichts- und Körperpflege sollten während der intensiven Sonnenbestrahlung ebenfalls fett- und emulgatorfrei sein.

So finden Sie Ihr richtiges Sonnenschutzprodukt

Wichtig bei der Auswahl des richtigen Sonnenschutzes sind:

  • die Eigenschutzzeit (ESZ) je nach Hauttyp
  • die zu erwartende Sonnenintensität (abhängig von Reiseziel und Tageszeit)
  • die geplante Zeit und Dauer für den Aufenthalt in der Sonne

Hauttypen

Hauttyp 1: Sehr hohe Sonnenempfindlichkeit

Hautfarbe: sehr hell, blass, Sommersprossen
Augenfarbe: meist blau oder grün
Haarfarbe: rötlich
Eigenschutz: ca. 5-10 Minuten

Hauttyp 2: Hohe Sonnenempfindlichkeit

Hautfarbe: hell, selten Sommersprossen
Augenfarbe: blau, grün oder grau
Haarfarbe: blond bis braun
Eigenschutz: ca. 10-20 Minuten

Hauttyp 3: Geringe Sonnenempfindlichkeit

Hautfarbe: hellbraun
Augenfarbe: grau oder braun
Haarfarbe: dunkelblond, braun
Eigenschutz: ca. 20-30 Minuten

Hauttyp 4: Sehr geringe Sonnenempfindlichkeit

Hautfarbe: braun, oliv
Augenfarbe: dunkel
Haarfarbe: dunkelbraun, schwarz
Eigenschutz: 30-45 Minuten

Sonnenintensität

Je senkrechter die Sonneneinstrahlung auf die Erde trifft, desto intensiver wird ihre Strahlung. Liegt Ihr Reiseziel sehr nah am Äquator – am Mittelmeer sind Sie schon nah dran –, ist die Sonnenstrahlung wesentlich stärker als in Deutschland. Auch im Laufe eines Tages ändert sich die Sonnenintensität. In den Mittagsstunden strahlt die Sonne am stärksten, daher etwa von 11.00-15.00 Uhr die direkte Sonne meiden. Die Südeuropäer machen es uns vor – sie halten Siesta.

Geplante Zeit für das Sonnenbad

Es gilt folgende Formel: Lichtschutzfaktor x Eigenschutzzeit der Haut = maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne (danach kommt es zum Sonnenbrand)

Beispiel: Lichtschutzfaktor Ihres Produkts: 15
Ihr Hauttyp: Typ II (ESZ: max. 20 Minuten)
Daraus folgt: 20 x 15 = 300 Minuten (= 5 Stunden)

Nach 60% der errechneten Zeit, der sogenannten Sonnenbrandschwelle, sollten Sie allerdings aus der Sonne gehen. Denn danach setzen schon Hautschäden ein. In unserem Beispiel (300 Minuten) ist es nach 180 Minuten, also nach drei Stunden, höchste Zeit, aus der Sonne zu gehen!

Für jeden von uns!

Sowohl die UV-A- als auch die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts regen die Bildung von sogenannten freien Radikalen an. Diese freien Radikale haben eine schädigende Wirkung auf alle Zellen unseres Körpers, besonders auf deren Zellkerne (Entstehung von Hautkrebs), auf die Zellmembranen (Hautrötung, Schmerz) und auf das Bindegewebe (Hautalterung, Krampfadern).

Für jeden von uns kann die Anwendung von Radikalenfängern wie Betacarotin, Vitamin C, Vitamin E und Selen von Nutzen sein.

Wichtige Regeln in Sachen Sonnenschutz

  • Nie die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne ausnutzen.
  • Schnee, Sand und Wasser sind Spiegel für Sonnenstrahlen. Sie verstärken ihre Intensität und verringern die Schutzzeit.
  • Kinder unter 6 Jahren sollten unbedingt Sonnenbrände vermeiden. Säuglinge sollten nie in die direkte Sonne!
  • Die Mittagssonne meiden, da zu diesem Zeitpunkt die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist.
  • Mehrmaliges Auftragen eines Sonnenschutzmittels verlängert nicht die erlaubte Verweildauer in der Sonne.
  • Nach dem Baden das Produkt erneut auftragen. Dies gilt auch für „wasserfeste“ Mittel.
  • Sonnenbrillen sind nicht nur cool, sondern auch nützlich zum Schutz der Augen.
  • Tragen Sie Ihr Sonnenschutzprodukt etwa eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf. Ausnahme: Mittel mit mineralischen UV-Filtern, denn sie entfalten ihre Wirkung sofort.
  • Unsere Kleidung bietet einen guten Sonnenschutz. Tragen Sie ruhig einen Sonnenhut oder eine Kappe zum Schutz!